Der Darm, das 2. Gehirn

Was ich dank Mister M.C. bereits seit Jahrzehnten weiss, bestätigen nun auch die neusten Forschungen. Nämlich, dass wir ein zweites Gehirn besitzen. Die Heimat unserer Gedanken ist das Gehirn. Dass auch unsere Gefühle und Emotionen im Gehirn entstehen, gilt ebenfalls als ausgemacht. Doch erinnern Sie sich an Situationen, in denen Sie entweder überglücklich waren, beispielsweise als Sie verliebt waren, oder zutiefst betrübt. Wie haben sich diese Gefühle bei Ihnen körperlich bemerkbar gemacht? Hatten Sie Schmetterlinge im Bauch oder im Kopf?

Schlagen Ihnen schlechte Nachrichten auf den Magen oder auf den Kopf? Aus diesen Alltagsbeobachtungen wird deutlich, dass in unserer Magengegend Prozesse ablaufen, die mit unserem Gefühlshaushalt zusammenhängen. Doch ist der Magen-Darm-Bereich lediglich Empfänger von Signalen aus dem Gehirn oder beeinflusst dieser Bereich selbst Prozesse in unserem Gehirn?

Wie "klug" insbesondere unser Darm ist, verdeutlicht die große Zahl von Nervenzellen, die dort beheimatet sind. Die Zahl der Nervenzellen im Darm ist größer als im gesamten sogenannten peripheren Nervensystem, das Informationen vom Körper zum Gehirn und vom Gehirn zum Körper leitet. Insgesamt befinden sich im Darm über 100 Millionen Nervenzellen, weswegen manch ein Wissenschaftler von der Existenz eines zweiten Gehirns unterhalb den Schultern spricht. Eine wichtige Funktion dieser Nervenzellen ist die Steuerung des komplexen Verdauungssystems. Auch ist bekannt, dass der Darm eine wichtige Rolle in Immunreaktionen spielt. Immerhin sind 70% unserer Immunabwehr im Darm angesiedelt, wo potenziell gefährliche Keime und Viren unschädlich gemacht werden. Aus diesem Grund können Lebensmittel wie Joghurts eine segensreiche Wirkung auf das Immunsystem ausüben.

Die Vagus-Verbindung
Doch auch mit dem Gehirn steht der Darm in Kontakt. Beispielsweise herrscht reger Austausch zwischen dem Nervensystem des des Darm und dem sogenannten Vagus-Nerv. Der Vagus-Nerv ist der zehnte Gehirnnerv und beispielsweise für den Herzschlag verantwortlich. Interessanterweise erfolgt dabei der Großteil der Informationsübertragung vom Nervensystem des Darms hin zum Gehirn und nicht umgekehrt, wie früher vermutet wurde.

Neurotransmitter im zweiten Gehirn
Das Nervensystem im Darm bedient sich dabei der gleichen Neurotransmitter wie das Gehirn. Neurotransmitter übertragen Informationen von einer Nervenzelle zur anderen. Wiederum spielen diese Neurotransmitter eine große Rolle bei der Behandlung psychischer Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen. So versuchen Medikamente die Konzentration des Neurotransmitters Serotonin in den Gehirnen von depressiven Patienten zu erhöhen. Doch bleibt die Wirkung dieser Medikamente nicht auf das Gehirn beschränkt. So kommt es oftmals zu Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass auch im zweiten Gehirn Serotonin zur Informationsübertragung verwendet wird. Durch die Einnahme des Medikaments kann es somit zu Störungen in der Informationsübertragung des Darms kommen.

Fazit
Es gibt gute Gründe, öfter mal dem Bauchgefühl zu folgen. Schließlich gibt es neben unserem Gehirn über den Schultern ein zweites kleines Gehirn im Bauch, das mit über 100 Millionen Nervenzellen ausgestattet ist. Da dieses zweite Gehirn über die gleichen Neurotransmitter wie das große kommuniziert, können Prozesse im Darm auch Einfluss auf das große Gehirn nehmen. Meine Erfahrung zeigt, dass, dies die schnellsten und ehrlichsten Gefühle / Gedanken sind, da unbeeinflusst vom EGO.

Das 2. Gehirn